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Die Chroniken des Magnus Bane – Vampire, Scones und Edmund Herondale

Cassandra Clare/Sarah Rees Brennan

DIE CHRONIKEN DES MAGNUS BANE

VAMPIRE, SCONES UND
EDMUND HERONDALE

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Aus dem Amerikanischen
von Ulrike Köbele

 

 

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Cassandra Clare
wurde in Teheran geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre ihres Lebens in Frankreich, England und der Schweiz. Ihre Reihe Chroniken der Unterwelt sowie die zweite Trilogie Chroniken der Schattenjäger wurden auf Anhieb zu einem internationalen Erfolg, ihre Bücher stehen weltweit auf den Bestsellerlisten. Cassandra Clare lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in Massachusetts.

Weitere Titel von Cassandra Clare im Arena Verlag:

CHRONIKEN DER UNTERWELT:
City of Bones
City of Ashes
City of Glass
City of Fallen Angels
City of Lost Souls

City of Bones/Ashes/Glass/Fallen Angels sind auch als Hörbuch erhältlich.

CHRONIKEN DER SCHATTENJÄGER:
Clockwork Angel
Clockwork Prince
Clockwork Princess

Clockwork Angel ist auch als Hörbuch erhältlich.

 

Weiter Titel in der Reihe

DIE CHRONIKEN DES MAGNUS BANE

Was geschah tatsächlich in Peru?

Bereits erschienen

Die Flucht der Königin

Bereits erschienen

Der Aufstieg des Hotels Dumont

Juli 2013

Der Niedergang des Hotels Dumont

August 2013

Die Rettung Raphael Santiagos

September 2013

Unsterbliche können keine Geheimnisse bewahren

Oktober 2013

Der Fluch wahrer Liebe (und erster Dates)

November 2013

Was braucht ein Schattenjäger, der schon alles hat?

Dezember 2013

Der Brief

Januar 2014

LONDON,
1857

Seit den unerfreulichen Ereignissen während der Französischen Revolution hegte Magnus eine leise Abneigung gegen Vampire. Ärgerlicherweise töteten sie einem gern die Dienstboten und stellten zudem eine Gefahr für kleine Hausäffchen dar. Der Pariser Vampirclan sandte Magnus noch immer äußerst unhöfliche Botschaften bezüglich ihres kleinen Missverständnisses zu. Vampire waren nachtragender als alle anderen – im weitesten Sinne – lebenden Wesen und wann immer sie schlechte Laune hatten, brachten sie dies gerne durch den einen oder anderen Mord zum Ausdruck. Magnus bevorzugte daher etwas weniger blutrünstige Gefährten.

Darüber hinaus begingen Vampire gelegentlich Verbrechen, die noch viel schlimmer waren als Mord: Sie verstießen gegen die Gesetze der Mode. Wenn man unsterblich war, konnte es schon mal passieren, dass man nicht mitbekam, wie die Zeit an einem vorüberflog. Das zählte jedoch nicht als Entschuldigung für eine Haube, die zuletzt zu Zeiten Napoleons I. modern gewesen war.

Doch allmählich bekam Magnus das Gefühl, dass es vielleicht einen Hauch voreilig gewesen war, alle Vampire über einen Kamm zu scheren.

Lady Camille Belcourt war eine überaus bezaubernde Person. Noch dazu war sie modisch auf dem absolut neuesten Stand. Ihr Kleid lief in einem entzückenden Reifrock aus und die Art und Weise, wie sich der blaue Taft in sieben schmalen Volants über ihren Stuhl ergoss, verlieh ihr den Anschein, als steige sie aus glitzerndem Wasser hervor. Ihr Busen, so blass und sanft gerundet wie zwei Perlen an einer Kette, wurde von nicht allzu viel Stoff verborgen. Die perfekte Blässe ihres wohlgeformten Dekolletés und ihres marmorgleichen Halses wurde nur von einer schwarzen Samtschleife und den dichten glänzenden Löckchen durchbrochen, die sich um das Gesicht ringelten. Eine goldene Locke reichte bis auf das filigran geschwungene Schlüsselbein hinab und lenkte Magnus’ Blick damit erneut auf –

Nun ja, viele Wege führten zu Lady Camilles Busen.

Es war ein ganz vorzügliches Kleid. Und ein ebenso vorzüglicher Busen.

Lady Camille, die nicht nur wunderschön war, sondern auch eine aufmerksame Beobachterin, bemerkte Magnus’ Blick und lächelte.

»Das Wundervolle daran, ein Kind der Nacht zu sein«, vertraute sie ihm mit leiser Stimme an, »ist, dass man nichts anderes als Abendkleider zu tragen braucht.«

»Das ist mir noch gar nicht in den Sinn gekommen«, antwortete Magnus verblüfft.

»Natürlich lege ich großen Wert auf Abwechslung, deshalb nutze ich jede Gelegenheit, mich umzukleiden. Im Laufe einer abenteuerreichen Nacht bieten sich einer Dame unzählige Möglichkeiten, sich ihrer Kleider zu entledigen.« Sie beugte sich vor und stützte einen ihrer blassen, samtigen Ellenbogen auf den Mahagonitisch der Schattenjäger. »Etwas sagt mir, dass Sie ein Mann sind, der sich auf abenteuerreiche Nächte versteht.«

»Verehrteste, mit mir wird jede Nacht zum Abenteuer. Bitte fahren Sie mit Ihrem Modevortrag fort«, drängte Magnus. »Das ist eines meiner liebsten Themen.«

Lady Camille lächelte.

Diskret senkte Magnus die Stimme. »Wenn Sie es wünschen, lausche ich auch gerne weiter Ihrem Vortrag übers Entkleiden. Das ist nämlich mein allerliebstes Thema.«

Sie saßen nebeneinander an einer langen Tafel im Londoner Schattenjägerinstitut. Der Konsul, ein farbloser Nephilim, leierte weiter die vielen Zauber herunter, für die ihnen die Hexenmeister in Zukunft einen Preisnachlass gewähren sollten. Dann zählte er auf, was man in Schattenjägerkreisen unter angemessenem Verhalten seitens der Vampire und Werwölfe verstand. Magnus hatte noch nicht ein Wort darüber vernommen, in welcher Form die Schattenweltler eigentlich von diesem »Abkommen« profitieren sollten. Sonnenklar war ihm dagegen, warum die Schattenjäger so leidenschaftlich auf dessen Ratifizierung drängten.

Er bereute es bereits, der Einladung ins Londoner Institut gefolgt zu sein, nur damit die Schattenjäger seine kostbare Zeit verschwenden konnten. Der Konsul, dessen Name Irgendwas-mit-Morg lautete, schien sich nur allzu gern reden zu hören.

Nun ja, genau genommen hatte er gerade damit aufgehört.

Magnus wechselte von Camille zu dem weitaus unerfreulicheren Anblick des Konsuls, der ihn unverhohlen anstarrte – seine Missbilligung stand ihm so deutlich ins Gesicht geschrieben wie die Runen auf seiner Haut. »Wenn Sie und die … Vampirin das Flirten für einen Moment einstellen könnten«, sagte er mit schneidender Stimme.

»Flirten? Wir haben uns lediglich einer etwas gewagten Unterhaltung hingegeben«, antwortete Magnus tief getroffen. »Ich versichere Ihnen: Wenn ich einmal anfange zu flirten, wird es der gesamte Raum mitbekommen.«

Camille lachte. »Hört, hört!«

Magnus’ humorvolle Erwiderung führte dazu, dass auch die anderen Schattenweltler am Tisch ihrer wachsenden Unzufriedenheit Luft machten.

»Was sollen wir denn sonst tun, als uns miteinander zu unterhalten?«, fragte ein Werwolf. Er war zwar noch sehr jung, doch seine durchdringenden grünen Augen hatten etwas Fanatisches. In seinem schmalen Gesicht lag darüber hinaus ein entschlossener Ausdruck, der vermuten ließ, dass er ein Fanatiker war, der tatsächlich etwas auf dem Kasten hatte. Sein Name war Ralf Scott. »Wir sitzen nun schon seit drei Stunden hier und hatten noch nicht einmal die Gelegenheit, selbst etwas zu sagen. Ihr Nephilim seid die Einzigen, die hier zu Wort kommen.«

»Ich kann nicht glauben«, meinte nun auch Arabella, eine bezaubernde Meerjungfrau mit ganz zauberhaft angebrachten Muschelschalen, »dass ich die ganze Themse raufgeschwommen bin und zugelassen habe, dass man mich mit Flaschenzügen aus dem Wasser hievt und in ein riesiges Fischglas steckt, nur um mir das hier anzutun.«

Sie war ziemlich laut geworden.

Selbst Irgendwas-mit-Morg sah bestürzt aus. Warum, fragte sich Magnus, waren die Namen der Schattenjäger so lang, während Hexenmeister sich mit eleganten Einsilbern als Nachnamen zufrieden gaben? Diese langen Namen waren reine Wichtigtuerei.

»Ihr undankbaren Kreaturen solltet euch geehrt fühlen, dass wir euch im Londoner Institut willkommen heißen«, knurrte ein silberhaariger Schattenjäger namens Starkweather. »Mein Institut wird keiner von euch jemals betreten – außer euer widerwärtiger Kopf steckt auf einem Pfahl. Jetzt haltet den Mund und lasst diejenigen für euch sprechen, die dessen würdig sind.«

Es folgte ein zutiefst betretenes Schweigen. Starkweather ließ den Blick durch den Raum schweifen und blieb schließlich an Camille hängen. Dabei sah er sie jedoch nicht an wie ein Mann, der eine ...

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