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Vor und nach der Jägerprüfung - Teilausgabe Landbau/Waldbau, Naturschutz & Hege

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IHege

Allgemeines

Historische Entwicklung der Hege: Menschheitsgeschichte war lange Zeit ausschließlich Jagdgeschichte. Seit die Jägerkultur sesshaft wurde und mit Ackerbau und Tierzucht begann, veränderte der Mensch die Naturlandschaft in eine Kulturlandschaft.

In der Karolingerzeit wurde die Waldrodung geordnet, Bannforste für die Jagd unter Schutz gestellt und die Feldflur nach der fränkischen Landordnung (Dreifelderwirtschaft) genutzt. Die Sprachwurzel für den Begriff »Hege« findet man im Wort »hegan«, was so viel wie »mit einem Hag, also mit einer Hecke umgeben« bedeutet.

Der Begriff der Hege findet sich ab dem Mittelalter. Sie wurde in den Bannforsten mit dem Ziel verfolgt, zum einen trächtige oder brütende Wildtiere vor einer Überbejagung zu schützen, zum anderen diente sie aber auch zur Steigerung der Wildbestände und Jagdmöglichkeiten in den herrschaftlichen Bannforsten.

Alte bäuerliche Kulturlandschaften waren geprägt von einem Mosaik aus kleinparzellierten Feldern. Diese vielfältige Feldflur in enger Vernetzung, d. h. mit vielen Grenzlinien, bot eine heute fast unvorstellbare Mannigfaltigkeit an Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Noch im 18. Jahrhundert wurde sogar eine Verordnung zur Umgrenzung (Hag) der Fluren mit Hecken erlassen.

In der vorindustriellen Kulturlandschaft vor dem 19. Jahrhundert erreichte die Kulturlandschaft den größten Artenreichtum. Mit dem Wegbrechen der landesherrlichen Jagdhoheit infolge der Revolution 1848 war nun das Jagdrecht an das Eigentum von Grund und Boden gebunden. Eine breite Masse der Bevölkerung erlangte die Möglichkeit zu jagen, jedoch ohne das traditionell kulturelle Verständnis von Weidgerechtigkeit, der Selbstbeschränkung und Fürsorgepflicht dem Wild gegenüber, das der Adel über Jahrhunderte entwickelte. Innerhalb kurzer Zeit führte dieser Wandel in der Jagdgeschichte zum Aussterben etlicher Wildarten.

Aus dem Bedürfnis heraus, die stark dezimierten Wildbestände zu regenerieren, entstanden in der Folge ordnende Jagdgesetze. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts vollzog sich auch ein kultureller Wandel des Naturverständnisses. Man begann, auch andere Wildtiere, die keinen jagdlichen Nutzen hervorbrachten, zu hegen (= Vorläufer der Naturschutzbewegung). Wurde bisher nur Fleischjagd betrieben oder Raubwild zum Schutze des eigenen Viehs verfolgt, entwickelte sich zumindest in Deutschland die Trophäenjagd bei der jagenden Stadtbevölkerung.

Die Einbürgerung und Verbreitung von Tierarten wie Damwild, Mufflon, Fasan und Waschbär unterstreicht zu dieser Zeit das übliche Verständnis von Hegemaßnahmen zur Fleisch- und Pelznutzung, aber auch für die Trophäenvielfalt. Die zunehmende Ausrichtung der Hege auf den Schutz einzelner Arten unter Berücksichtigung von Nutzungsansprüchen anderer Naturnutzer an die Kulturlandschaft ist eine gesellschaftliche Entwicklung nach 1950. So erklärt sich auch die allgemein übliche Fütterung des Wildes in Notzeiten als hegerische Selbstverständlichkeit.

Mit der Ausbreitung von Neozoen, etwa Waschbär, Mink und Marderhund, umfasst der Hegebegriff zunehmend auch Schutzmaßnahmen für die einheimische Fauna, um einer Artenverdrängung vorzubeugen. Ein gezieltes Vorgehen gegen Tierseuchen wie Tollwut, Maul- und Klauenseuche oder Schweinepest ­beeinflusst seit Mitte des 20. Jahrhunderts ebenfalls die Hege­bemühungen.

Hegemaßnahmen wurden immer dringender, je mehr die Naturlandschaft in eine Kulturlandschaft umgewandelt wurde, je mehr Menschen den Lebensraum von Wildpflanzen und Wildtieren für sich beanspruchten. Die lebendigen Bilder aus der historischen Kulturlandschaft kennen wir noch, heute sind sie Vorbild für den Naturschutz, für die Renaturierung der Industrielandschaft und für die Hege.

Hege bedeutet nicht Zucht möglichst starker Trophäen und nicht das Erreichen möglichst großer Strecken, sondern in erster Linie den Erhalt sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen bedrängter Arten.

Maßnahmen und Ziele der Hege

Unter dem Begriff Hege werden heute im Jagdrecht alle Maßnahmen zusammengefasst, die die Lebensgrundlagen von Wildarten betreffen. Nach §1 Abs. 2 Bundesjagdgesetz hat die Hege »die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten, artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen« zum Ziel. Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, insbesondere durch Wildschäden, sollen durch entsprechende Hegemaßnahmen gering gehalten werden.

Wichtige Hegemaßnahmen sind heute die Bereitstellung genügender Äsungsflächen mit natürlicher Äsung von günstiger Qualität, die Schaffung von Winterdeckung und die Vernetzung von Lebensräumen in einer ausgeräumten Feldflur sowie die Ausweisung von ausgedehnten Wildruhezonen. Von diesen Maßnahmen profitieren nicht nur die Wildarten, sondern in beträchtlichem Maße alle wild lebenden Tierarten. In landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen lastet jedoch auf dem Jagdpächter vielfach ein beträchtlicher finanzieller Druck, um an geeignete Flächen in ausreichender Zahl zu gelangen.

Auch heute noch ist die Wildfütterung in artenarmer land- und forstwirtschaftlicher Intensivnutzung dringend angebracht, sofern nicht landesrechtliche Vorschriften der einzelnen Bundesländer diese gesetzlich einschränken oder gänzlich verbieten.

Die Pflicht zur Hege erstreckt sich nicht nur auf Arten mit Jagd- und Schonzeiten, sondern auch auf die Wildarten, die eine ganzjährige Schonzeit (ohne jagdliche Nutzungsmöglichkeit) genießen.

Zur Realisierung dieser Aufgabe sind Jagdpächter und Besitzer von Eigenjagden re­gional in Hegegemeinschaften zusammengeschlossen.

1 | Zu welcher Zeit wurden die Grundlagen für die heutige Hege und Jagd gelegt?

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

2 | Wer ist zur Hege verpflichtet?

Der Grundeigentümer (Jagdgenossenschaft) und der Jagdausübungsberechtigte (Revier­inhaber bzw. -pächter).

3 | Welche Ziele verfolgt jagdliche Hege ­heute?

Es geht um Arterhaltung und Artenvielfalt und um die Erhaltung, Verbesserung und Schaffung von Lebensräumen und Lebensbedingungen insbesondere bedrängter Arten.

4 | Was ist natürliche Äsung und was ist ­Fütterung?

Natürliche Äsung wächst im Lebensraum und steht qualitativ und quantitativ in Abhängigkeit vom Wildbestand sowie von der Land- und Forst­wirtschaft. Der Jäger kann dem Wild ­zusätzliche (künstliche) Äsung (Wildacker) anbieten oder über die Winterfütterung in den ­Bestand einbringen. Insbesondere mit letzterem nimmt er Einfluss auf natürliche Abläufe wie Kondition, Wildschäden, Parasitenbefall, Wintersterblichkeit und Stickstoffeintrag.

5 | Welche natürliche Äsung bietet der Wald dem Schalenwild im Winter?

Triebmasse der Waldbäume und Sträucher (z. B. Brombeere, Heidelbeere), Baumfrüchte (z. B. Eicheln), Gräser (meist dürr), Kräuter und Wurzeln.

6 | In welcher Jahreszeit ist der Nahrungsbedarf des Schalenwildes am geringsten?

In den Wintermonaten nach der Wintersonnenwende.

7 | Was benötigt das Wild im Winter vordringlich?

Ruhe, und zwar vor Jagddruck ebenso wie vor ­Erholungssuchenden, damit es den Energie­verbrauch artgemäß drosseln kann.

8 | Mit welchen Maßnahmen können Revierteile beruhigt werden?

Vor allem durch Besucherlenkung, die freiwillige Einrichtung von Wildruhezonen (in denen die gesamte Jagd langfristig ruht) oder durch die behördliche Ausweisung von Wildschutz­gebieten.

9 | Wie kann der Jäger zur Ruhe im Revier beitragen?

Mit einer störungsarmen und effektiven Inter­vallbejagung unter Berücksichtigung der natürlichen Aktivitätsphasen des Wildes, insbesondere durch Vermeidung von Abschüssen in größeren Familienverbänden.

Das Jagdverbot zur Nachtzeit (BJagdG § 19), z. B. für Rot- und Rehwild, hat nur dann einen Sinn, wenn im Wald auch die Nachtjagd auf Schwarzwild unterbleibt.

Loipen sollen in ihrem Verlauf die Bedürfnisse des Wildes berücksichtigen; darüber zu informieren ist Sache der Jäger.

Reviergestaltung

Die Reviergestaltung durch den Jäger nimmt wichtige Aufgaben wahr, wenn es darum geht, in der heutigen Kulturlandschaft insbesondere für die »Verlierer« eines modernen, technisierten Strukturwandels förderlich einzugreifen. Ihre oberste Zielsetzung muss es sein, im Rahmen der durch die Gesellschaft vorgegebenen Entwicklung unserer Landschaft – vornehmlich in der Feldflur – möglichst rasch wieder ökosystemgerechte Lösungen zu erreichen. In den zunehmend kleineren Reviereinheiten ist insbesondere im Aufgabenbereich der Revierentwicklung und Reviergestaltung eine starke Koordination durch die Hegegemeinschaften notwendiger denn je zuvor.

Die Möglichkeiten für den Flächenerwerb sind allerdings in einem Pachtrevier begrenzt. So muss der Jagdausübungsberechtigte entweder Grundflächen anpachten oder kaufen. Beides ist in der Regel schwierig, da die Nutzfläche überall und täglich beträchtlich schrumpft. Im Falle der Pachtung soll der Vertrag so verfasst sein, dass ein »Rückbau« der Reviergestaltung nach Ablauf der Jagdpacht ausgeschlossen ist. Der Werterhalt einer ökologisch besser gestalteten Pachtfläche ist auch für den Grundstückseigentümer von Nutzen, z. B. die Streuobstbäume auf der Wildwiese. Bewährt haben sich in der jüngsten Vergangenheit verschiedene agrarpolitische Fördermaß­nahmen, etwa in Form von Ackerrandstreifen, langfristige Flächenstilllegungen oder beim Zwischenfruchtanbau.

Vor Jahren bot die von der EU bestimmte ­Flächenstilllegung reelle Chancen für das Nie­derwild. Inzwischen werden aber die meisten ­ehemals stillgelegten Flächen zur Gewinnung von Biomasse (nachwachsende Rohstoffe) genutzt. Zwar hat die EU neue Agrarreformen ­verabschiedet, doch inwieweit das sogenannte »Greening« umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Unter »Greening« ist das Erbringen konkreter zusätzlicher Umwelt­leistungen durch Landwirte zu verstehen.Dazu gehört der Erhalt von Dauergrünlandflächen (Wiesen, Weiden), eine verstärkte Anbaudiversifizierung (größere Vielfalt bei der Auswahl der angebauten Feldfrüchte) sowie die Bereitstellung sogenannter »ökologischer Vorrangflächen« auf Ackerland. Nach wie vor ist die Industrialisierung und Technisierung der Landwirtschaft der entscheidende Faktor beim rasanten Artenschwund in der Feldflur.

Wo es um kostenintensive und aufwendige Maßnahmen, wie die Schaffung von Hecken, Feldgehölzen oder gar Feuchtgebieten, geht, ist der Jäger gut beraten, andere Interessengruppen (Gemeinde, Naturschutz, Bürgerinitiativen) als Verbündete zu gewinnen.

Beispiele für Reviergestaltungsmaßnahmen

Im Feld:

Anlage von Hecken und Feldgehölzen Äsung, Einstand, Trittsteine und Windschutz für Niederwild und nicht jagdbare Arten

Verjüngung von Hecken und Feldgehölzen (immer sektionsweise) Gewinnung von Prossholz (s. >) zur Äsung sowie von Steckhölzern zur Neuanlage von Hecken und Material für Benjeshecken, vor allem aber zur Heckenpflege

Anlage von Benjeshecken schnelle Deckung für Niederwild und Singvögel (später Nachbesserung und Beschleunigung durch Zupflanzung (modifizierte Benjeshecke)

Anlage von Wildäckern Äsung für Niederwild, Entlastung des Waldes vom Äsungsdruck, Bejagungshilfe

Schaffung /Förderung von Zwischenfrucht Äsung und Deckung für Niederwild im Herbst und Winter

Schaffung von unbewirtschafteten Randstreifen entlang von größeren Schlägen, Gräben oder Hecken (lockere Einsaat verschiedener attraktiver Äsungspflanzen) vernetzte Deckung, sichere Brutmöglichkeit und Äsung für Niederwild

Im Wald:

Anlage von Wildäckern vorwiegend Äsung für Schalenwild

Wildwiesen Äsung für Schalenwild und Hase und Gewinnung von Winterfutter (Heu, Silage)

Pflege (Mahd, Düngung) von Abteilungslinien, Schneisen, Rückegassen und Erdwegen Äsung für Schalenwild und Hase

Ansaat von Lagerplätzen und ähnlichen Flächen mit Wildackerpflanzen oder Dauergrün Äsung für Schalenwild und Hase

Ansaat (Zwischensaat) von Kulturflächen Äsung für die Dauer von 2 bis maximal 3 Jahren

Wasser/Ufer:

Schwellstufen für Restwasser in Gräben Wasser für Fasan, Enten, Rallen u. a.

Uferbepflanzung an Gräben und Bachläufen Schaffung von Brutmöglichkeit und Ruhezonen

Überlegte, dosierte Fällung von Ufergehölzen Verjüngung der Begleitgehölze, Schaffung von Brutdeckung am Ufer, Deckung für Enten im Wasser, Bereitstellung von Sonnenplätzen für Enten über dem Wasser

Neubau von Kleingewässern Entenansiedelung, Brutgelegenheit für Wasservögel, Raststation (Ufergehölze) für jagdbare und nichtjagdbare Arten, Landschaftsgestaltung

Zonierung (Nutzungsbereiche) größerer Gewässer, Planung geregelter Zugänge Schaffung von Ruhezonen für Wasserwild

Wildäsungsflächen heute

Heute bestimmen sowohl in der Landwirtschaft als auch zum Teil in der Forstwirtschaft moderne, vielfach hoch technisierte Anbau- und Ernte­methoden die Zusammensetzung der einzelnen Kulturen. Auf immer knapper werdenden Flächen wird der Ertrag bis zum Optimum getrimmt. Konkurrenz in Form von natürlicher Begleitflora wird bewusst über Düngung, Pflanzenschutz oder Anbaudichte verdrängt.

Dem Jäger ist heute weniger an einer hohen Schalenwilddichte gelegen als vielmehr an der Verbesserung der Kondition des ihm anvertrauten Wildes. Eine gekonnte Gestaltung und Aufwertung des Wildlebensraumes ist dabei der Schlüssel zum Erfolg, denn die Verbesserung des Äsungsangebotes (aber auch der Deckung für die Niederwildarten in der Feldflur) ergibt ge­sundes und kräftiges Wild. Gleichzeitig tragen Wild­äsungsflächen mit ihrem vielseitigen und bevorzugten Äsungsangebot zu einer drastischen Verminderung von Schäl- und Verbissschäden bei. Zusätzlich beeinflussen geschickt angelegte Äsungs- und Deckungsflächen in einem beträchtlichen Umfang das Raum-Zeit-Verhalten des Wildes und verkürzen dadurch die Verweildauer der Tiere in den schadensträchtigen Intensivanbauflächen. Wildäsungsflächen dienen aber nicht nur der Minderung von Waldwildschäden, sondern erfüllen auch einen wesentlichen Beitrag zur Beobachtung und Feststellung des Wildbestandes sowie zur dezenten Bejagung in ansons­ten unübersichtlichen Waldbeständen.

Der Begriff »Wildäsungsfläche« ist als Sammelbegriff zu verstehen, der sowohl den Wild­acker, die Wildwiese als auch Prossholzflächen meint.

Während der Wildacker in aller Regel mit ­energiereichen landwirtschaftlichen Früchten jährlich neu bestellt wird und einer intensiven Bearbeitung und Düngung bedarf, stellt man mit dem perennierenden Süßgras-Klee-Kräuter-Aufwuchs einer Wildwiese vornehmlich den großen Wildwiederkäuern dauerhaft Äsung zur Verfügung. Gezielt angelegte Prossholzflächen bestehen aus Sträuchern und Weichhölzern, die das Schalenwild verbeißen und schälen soll, um aus forstlichen Schlägen herauszubleiben.

Möglichst artenreiche Mischungen eignen sich für Wildäcker am besten.

Wildäcker

10 | Ist der Jäger verpflichtet, Äsungsflächen anzulegen?

Nein, er ist nicht konkret verpflichtet, zumal er immer das Einverständnis des Grundeigentümers braucht.

11 | Ist es sinnvoll, Wildäcker für Rehwild im Feld anzulegen?

Ja, denn Rehe, die im Feld satt werden, verbeißen im Wald weniger!

12 | Wie sollten Wildäsungsflächen in Form und Größe in einem Niederwildrevier beschaffen sein?

Es sollten viele kleine Flächen (0,1 – 0,5 ha) mit langen Saumzonen sein, die mosaikartig im Revier verteilt sind. Es gilt, den Grenzlinienanteil wieder deutlich zu erhöhen. Ferner sollten sie Trittsteinbiotope sein und die Vernetzung zu ­anderen ökologischen Nischen herstellen, wie z. B.Hecken, Feldholzinseln, Streuobstwiesen.

13 | Warum liegt man mit der Wahl einer Saatgutmischung bei den oft wenig bekannten Standortverhältnissen eines Wild­ackers meist richtig?

Mit der Wahl einer artenreichen Saatgutmischung setzen sich einige Pflanzenarten, entsprechend den Standortverhältnissen, durch, unterversorgte werden zurückbleiben, zumal wir ja häufig ohne Bodenuntersuchung arbeiten.

Mit einer artenreichen Mischung werden die Bedürfnisse des Wildes nach vielseitiger Nahrung befriedigt. Außerdem gibt es keine Probleme mit mangelnder Selbstverträglichkeit der Pflanzen­arten beim wiederholten Anbau. Schließlich bietet die Mischung dem Wild über einen längeren Zeitraum attraktivere Äsung, als es bei Mono­kulturen mit demselben Reifezeitpunkt der Fall wäre.

14 | Welche Flächen bieten sich im Wald zur Einsaat an?

Lichtreiche Schneisen, Leitungstrassen, Holz­lagerplätze, Erdwege und gerodete Waldflächen.

15 | Was ist ein mehrjähriger Wildacker?

Ein Acker, der mit winterharten, ausdauernden (perennierenden) Pflanzen bestellt ist.

16 | Welche Äsungspflanzen sind mehrjährig?

Alle Gräser, viele Kräuter, Topinambur, Dauerlupine,Waldstaudenroggen und einige Kleearten.

17 | Welche Kreuzblütler eignen sich für den Wildacker?

Ölrettich, Raps, Rübsen, Senf und die Futterkohlarten.

Unter den Kohlarten sind es der Markstammkohl und der westfälische Furchenkohl.

Markstammkohl