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Wilderwald (1) Die Rückkehr der Magier

Cressida Cowell

WILDERWALD

Die Rückkehr der dunklen Magie

Aus dem Englischen
von Karlheinz Dürr

Mit Illustrationen
von Clara Vath

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Cressida Cowell
verbrachte ihre Kindheit in London sowie auf einer Insel an der schottischen Westküste. Ihre Kinderbuchreihe »Drachenzähmen leicht gemacht« wurde schnell zu einem internationalen Bestseller und erzielte als Kinofilm und Fernsehserie von DreamWorks Animation große Erfolge. Sie lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und einem Hund im englischen Hammersmith.

Clara Vath
liebte es schon als Kind, bunten und verrückten Fantasiewesen eine Gestalt zu geben. Dass ihr dabei auch das ein oder andere magische Wesen begegnet ist, kam ihr bei der Arbeit an »Wilderwald« sehr gelegen. Seit 2012 arbeitet sie als freie Illustratorin für verschiedene Unternehmen.

INHALTSVERZEICHNIS

EINST GAB ES MAGIE …

PROLOG

TEIL 1. UNGEHORSAM

1. DIE HEXENFALLE

2. EINE KRIEGERIN NAMENS WILLA

3. DIE HEXENFEDER LEUCHTET

4. XAR FÄNGT ETWAS

5. WENN WELTEN AUFEINANDERPRALLEN

6. PASS AUF, WAS DU DIR WÜNSCHST

7. IM LAGER DER MAGIER

8. DER ZAUBERSPRUCHWETTKAMPF

9. ENCANZO, KÖNIG DER MAGIER

10. WAS KURZ ZUVOR IN XARS ZIMMER GESCHAH

11. XAR BEKOMMT MEHR ALS ERWÜNSCHT

TEIL 2. WENN ELFEN WEINEN …

12. IM EISERNEN FORT

13. KÖNIGINNEN STELLEN STRENGE FRAGEN

14. WILLA – EINE EINZIGE ENTTÄUSCHUNG FÜR DIE KÖNIGIN

15. WIE MAN IN EIN GEFÄNGNIS EINBRICHT

16. UNERWÜNSCHTER BESUCH

17. DIE ZELLE DER ENTZAUBERUNG

18. DAMIT KONNTE NIEMAND RECHNEN

19. MAGIE LÄSST SICH NICHT VERNICHTEN, NUR VERBERGEN

20. DIE GESCHICHTE WIRD IMMER VERWORRENER

21. WILLAS AUGE

22. KOMM ZURÜCK!

23. IST DAS ABENTEUER VORBEI, FANGEN DIE PROBLEME ERST AN

24. WAS NIEMAND SAH

25. MUTTER UND TOCHTER

26. VATER UND SOHN

EPILOG

DANK

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PROLOG

Einst gab es Magie.

Das war vor langer, langer Zeit, in den dunklen Wäldern der Britischen Inseln. Es ist so lange her, dass die Britischen Inseln damals noch gar nicht wussten, dass sie eines Tages die »Britischen Inseln« genannt werden würden. Damals wurden sie manchmal »Albion« genannt.

Nun denkst du vielleicht, du wüsstest, wie so ein dunkler Wald aussieht, aber glaube mir: Du hast keine Ahnung. Denn in jener Zeit waren die dunklen Wälder viel dunkler, als du es jemals für möglich halten würdest, dunkler als ein schwarzer Tintenklecks, dunkler als ein sternenloser Nachthimmel, sogar noch dunkler als das Weltall und sie waren verworren und überwuchert wie das Herz einer Hexe. Sie waren das, was man heute Urwald nennen würde, was damals aber »Wilderwald« hieß, und dieser Wilderwald erstreckte sich weiter in alle Himmelsrichtungen, als du dir vorstellen kannst, und hörte erst dort auf, wo er an ein Meer stieß.

In diesem Wilderwald lebten verschiedene Arten von Menschen. Die Zauberer, die selbst Zauberwesen waren. Und die Krieger, die es nicht waren.

Die Zauberer lebten schon länger als Menschengedenken im Wilderwald. Und dort wollten sie auch weiterhin leben, zusammen mit den anderen magischen Wesen.

Bis die Krieger kamen. Sie kamen über die Meere und fielen in das Land ein; sie besaßen zwar keine magischen Kräfte, aber sie brachten eine neue Waffe mit, die sie »EISEN« nannten. Und Eisen war das Einzige, wogegen alle Zauberkunst der Welt nichts ausrichten konnte.

Die Krieger hatten eiserne Schwerter, eiserne Schilde und eiserne Rüstungen und gegen dieses Metall war selbst die furchtbare Magie der Hexen machtlos.

Zuerst kämpften die Krieger gegen die Hexen in einer langen, grausamen Schlacht, bis es keine einzige Hexe mehr gab.

Niemand weinte den Hexen auch nur eine einzige Träne nach, denn Hexen beherrschten dunkle Magie, die schlimmste Art von Zauber, die es gab. Dunkle Magie konnte die Welt vernichten und alles, was auf ihr lebte.

Aber die Krieger gaben sich damit nicht zufrieden. Sie glaubten, weil ein Teil der Magie böse war, sei JEDE Art von Magie böse.

Deshalb versuchten die Krieger, auch die Zauberer zu vernichten und mit ihnen die Oger und Werwölfe und das ganze Gesindel boshafter Kobolde und guter Elfen, die im Dunkeln wie kleine Sterne leuchteten und sich ständig stritten und mit hinterhältigen Zaubersprüchen bewarfen, und die Riesen, die langsam und vorsichtig durch die Wälder tappten, größer als Mammuts, aber friedlicher als schlafende Säuglinge.

Die Krieger hatten sich geschworen, keine Ruhe zu geben, bis sie DAS LETZTE BISSCHEN MAGIE im gesamten dunklen Wilderwald ausgerottet hatten. Und sie gingen dabei sehr gründlich vor: Mit ihren großen eisernen Äxten fällten sie viele der wunderbaren Bäume des Wilderwaldes, so schnell sie nur konnten, und mit den Stämmen bauten sie ihre Festungen und ihre Städte und ihre neue, moderne Welt.

Dies ist die Geschichte eines Zaubererjungen und eines Kriegermädchens. Seit ihrer Geburt hatte man ihnen eingetrichtert, einander so sehr zu hassen, wie sich zwei Wesen überhaupt hassen konnten.

Die Geschichte beginnt mit der Entdeckung EINER GIGANTISCHEN SCHWARZEN FEDER.

Konnte es sein, dass die Zauberer und die Krieger so sehr damit beschäftigt waren, gegeneinander zu kämpfen, dass sie nicht die Rückkehr eines uralten Bösen bemerkt hatten?

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