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Wir sind Geschöpfe des Waldes

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ICH BIN EIN BAUM

Ich bin ein Baum …
Ein frisch grüner Spross im ersten Sonnenstrahl.
Ein modriger Zweig mit Moos benetzt.

Ich bin ein Baum …
Der Wurzeltrieb in tiefster Tiefe.
Der Blütenduft im Himmel hoch.

Ich bin ein Baum …
Die Frucht in deinen Händen.
Der Samen, der mein Leben trägt.

Ich bin ein Baum …
Das Gerippe deines Hauses.
Die Hitze deiner Glut.

Ich bin ein Baum …
Der Atem, der dich belebt, und die Kiste,
in der man dich mir zu Füßen legt.

Ich bin ein Baum …
Für dich ein kühlender Schatten in der Glut der Sonne.
Ein lichtes, warmes Feuer in dunkler, kalter Nacht.

Ich bin ein Baum …
Wachse zum Zentrum der Erde und
zu den Sternen des Himmels.

Ich bin die Welt und das Universum.
Ich bin ein Baum.

Mark Störkel, Naturpoet

DOKTOR WALD

Wenn ich an Kopfweh leide und Neurosen,
mich unverstanden fühle oder alt,
und mich die holden Musen nicht liebkosen,
dann konsultiere ich den Doktor Wald.

Er ist mein Augenarzt und Psychiater,
mein Orthopäde und mein Internist.
Er hilft mir sicher über jeden Kater,
ob er von Kummer oder Cognac ist.

Er hält nicht viel von Pülverchen und Pille,
doch umso mehr von Luft und Sonnenschein.
Und kaum umfängt mich angenehme Stille,
raunt er mir zu: »Nun atme mal tief ein!«

Ist seine Praxis oft auch überlaufen,
in seiner Obhut läuft man sich gesund.
Und Kreislaufkranke, die noch heute schnaufen,
sind morgen ohne klinischen Befund.

Er bringt uns immer wieder auf die Beine,
das Seelische ins Gleichgewicht,
verhindert Fettansatz und Gallensteine,
nur – Hausbesuche macht er leider nicht.

Helmut Dagenbach, Förster, (1986)