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Wir wollen ins Finale! Noahs großer Traum

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KAPITEL 1

DER SCHWUR

Krawumm! Bumm! Zisch!

Noah sah auf sein Handy. 31. Dezember 2013. Noch genau siebenunddreißig Minuten bis Mitternacht. Aber irgendwelche Spinner brannten schon seit Tagen ihre Knaller ab. Als könnten sie das neue Jahr kaum noch erwarten.

So wie ich, dachte Noah. Er beschleunigte seine Schritte. Der Schnee knirschte unter den Stiefeln.

Endlich hatte er sein Ziel erreicht: zwei Tore, vier Eckfahnen, ein Bauwagen. Ihre Fußballwiese, ihr ganzer Stolz.

Noah schloss den Bauwagen auf und drückte einen Schalter. Auf dem Dach glühten vier Strahler auf – ihre Flutlichtanlage.

Noah zog die Stiefel aus und schlüpfte in seine Fußballschuhe. Jetzt fühlte er sich unbesiegbar. Tausend Tore hatte er mit ihnen schon geschossen.

Noah warf seine Jacke auf die Bank und schnappte sich den Ball. Mit einem Panthersprung nahm er die Treppe. Dann stand er auf dem Spielfeld. Unter der weißen Schneedecke war es zwar nicht zu sehen, doch er kannte hier jeden Zentimeter.

Geschickt umdribbelte Noah drei Schneemänner. Er fixierte das Tor, bevor er abzog. Volle Möhre. Kein Torwart der Welt würde diesen Schuss halten können.

Wie eine Rakete flog der Ball auf das Tor zu.

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Doch da schälte sich ein Schatten aus der Dunkelheit. Warf sich mit einem Hechtsprung vor die Torlinie und faustete den Ball ins Seitenaus.

„Einwurf!“, rief der Schatten. Er stand auf und klopfte sich den Schnee ab. Hardy, der beste Torwart, den man ohne Geld kriegen konnte.

„Cool, dass du gleich gekommen bist“, freute sich Noah.

Sie klatschten sich ab.

Hardy grinste. „Wie meinst du das? Ich bin doch gar nicht da, sondern liege brav in meinem Bett und schlafe.“

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Noah konnte es nicht fassen. Klar: Normalerweise durfte er auch nicht so lange aufbleiben und erst recht nicht nachts draußen sein. Aber heute war Silvester! Da hatte seine Mutter eine Ausnahme gemacht.

Hardys Eltern waren leider nicht so cool. Deshalb hatten sie ihrem Sohn auch den Namen Reinhard verpasst. Im Gedenken an irgendeinen toten Urururonkel.

Quietsch! Ein orangerotes Bonanzarad hielt einen Zentimeter vor Hardys Fuß. Schnee spritzte in alle Richtungen.

Eule stieg ab, nahm die dicke Brille vom Gesicht und putzte die Gläser.

Diesen Glasbausteinen verdankte er seinen Spitznamen. Sie machten seine Augen riesengroß. Außerdem schielte er.

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„Bin aus dem Fenster geklettert“, erklärte er und strich sich durch das strohige Haar. „Ihr wisst ja: Meine Schwester feiert heute eine Party. Und meine Alten spielen die Aufpasser.“

Er nahm den Ball mit dem Fuß auf und kickte ihn immer wieder in die Luft. Pock, pock, pock. Das konnte Eule stundenlang.

Noah starrte in die Dunkelheit. Kein Mensch weit und breit. „Matti ist wie immer zu spät.“

„Von wegen!“, ertönte es hinter dem Bauwagen. Und schon tauchte ein brauner Lockenkopf auf. „Ich hab deine SMS gekriegt und bin gleich losgerannt. Was ist denn so dringend?“

Matti trug trotz der Eiseskälte sein Trikot und die kurze Hose. So ging er auch in die Schule. Ein Fußballverrückter, wie sie alle. Und ein wahrer Flankengott.

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„Ich hab dir was mitgebracht.“ Matti hielt Noah eine kleine Kiste hin.

Als Noah sie öffnete, flogen ihm Konfetti, Luftschlangen und eine künstliche Spinne entgegen. Vor Schreck ließ er die Kiste fallen.

Matti, Eule und Hardy kringelten sich vor Lachen.

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„Kommt zusammen“, sagte Noah und fegte sich das Konfetti aus den Haaren.

Wie vor einem Spiel stellten sich die vier Jungen im Kreis auf, beugten sich vor und legten sich die Arme um die Schultern.

„Männer!“, begann Noah feierlich. „In ein paar Minuten beginnt das Jahr 2014. Unser Jahr. Das Jahr der Fußball-WM in Brasilien.“

Er sah seine Freunde scharf an. „Ich will da hin. Ich will nach Rio de Janeiro, zu meinem Vater. Und ihr kommt mit!“

Eule, Matti und Hardy starrten ihn überrascht an. Noahs Vater war Brasilianer. Vor zwei Jahren hatte er die kleine Familie verlassen und war zurück in seine Heimat gezogen.

„Wie sollen wir das machen, Capitano?“, stammelte Eule. „Die Flugtickets kosten mindestens zehntausend Euro!“

Noah kniff verschwörerisch die Augen zusammen. „Träume werden wahr, wenn man fest genug an sie glaubt.“

Er ließ seine Freunde los und holte einen Zettel aus der Tasche. Darauf stand:

Ich schwöre, alles für mein Ziel zu tun:
bei der Fußball-WM in Brasilien zu sein.

Noah

„Unterschreiben!“, sagte er in einem Ton, der keinen Widerspruch zuließ.

Hardy setzte als Zweiter seinen Namen auf das Blatt.

Dann Matti.

Zuletzt Eule.

Noah lief zum Bauwagen. Mit einer Flasche und einer Rakete kam er zurück.

Er rammte die Flasche in den Arm eines Schneemanns. Dann rollte er den Zettel zusammen, band ihn an den dünnen Holzstab und stellte die Rakete in die Flasche.

Er sah aufs Handy. Noch fünfzehn Sekunden.

„Das wird unser Jahr“, sagte er noch einmal. „Wir fahren zur WM.“

Gemeinsam zählten sie runter: „10-9-8-7-6-5-4-3-2-1 …“

Bei Null rauschte die Rakete in den Himmel. Und dann spielten die vier Freunde Fußball, während über ihnen die Lichter der Feuerwerkskörper um die Wette funkelten.

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KAPITEL 2

ÄRGER

Die ganze Nacht über träumte Noah von Brasilien. Von Spitzenfußballern. Von tollen Stränden. Von heißer Musik und Tänzen, wie sie sein Vater liebte. Und er, Noah, war mittendrin. Tanzte Samba in seinen Fußballschuhen.

Piep! Piep!

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Was war das? Noah schreckte hoch.

Im Zimmer war es stockdunkel. Nur sein Handy leuchtete. Neue Nachricht.

Die Uhr zeigte 6:36.

„Welcher Idiot schreibt mir an Neujahr um diese Zeit!?“, fluchte Noah vor sich hin.

Dann spürte er ein Ziehen im Bauch. Vor Freude. Bestimmt war die SMS von seinem Vater!

Er drückte auf Lesen.

Frohes neues Jahr! Hoffe, du bist gut reingerutscht. Ich tanze Samba die ganze Nacht und denke an dich. Bin stolz, dass du mein Sohn bist! Gruß an Mama. Kuss, Papa

Noahs Herz machte einen Hüpfer. Aber gleichzeitig fühlte er auch einen Stachel in der Brust. Der Stachel war in Gift getränkt und brannte wie Feuer. Er liebte seinen Vater Luiz über alles. Warum konnten sie nicht zusammen sein?

Noah schrieb zurück. In Brasilien war es jetzt erst kurz nach halb vier.

Lass es krachen! 2014 wird super, versprochen! Und im Sommer sehen wir uns. Ganz sicher. Noah

Gerne hätte Noah noch etwas auf Portugiesisch hinzugefügt. Darüber hätte sich Luiz total gefreut. Aber mehr als „Guten Tag“ und „danke“ konnte er nicht sagen.

Noah ärgerte sich oft, dass ihn seine Eltern nicht zweisprachig erzogen hatten. Sonst könnte er die Sprache seines Vaters heute sicher perfekt.

Eines Tages, das schwor er sich, würde er alles nachholen.

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