Logo weiterlesen.de
Zaubereulen in Federland (1). Das Geheimnis von Athenaria

Weitere Bücher von Ina Brandt im Arena Verlag:

Eulenzauber. Ein goldenes Geheimnis (Band 1)

Eulenzauber. Rettung für Silberpfote (Band 2)

Eulenzauber. Eine wunderbare Freundschaft (Band 3)

Eulenzauber. Magie im Glitzerwald (Band 4)

Eulenzauber. Rätsel um die Goldfeder (Band 5)

Eulenzauber. Hilfe für das kleine Fohlen (Band 6)

Eulenzauber. Geheimnisvoller Edelstein (Band 7)

Eulenzauber. Ein neuer Freund für Goldwing (Band 8)

Eulenzauber. Der große Herzenswunsch (Band 9)

Eulenzauber. Der Kreis der Goldflügel (Band 10)

Eulenzauber. Der Ruf des Waldkauz (Band 11)

Eulenzauber. Die magische Botschaft (Band 12)

Eulenzauber. Das Geheimnis des weißen Pferdes (Band 13)

Ina Brandt

arbeitete nach dem Germanistikstudium einige

Jahre als Lektorin, bevor sie sich als Autorin selbstständig

machte. Seitdem hat sie zahlreiche Kinderbücher veröffentlicht.

Mit »Eulenzauber« erfüllt sie sich einen lang gehegten

Traum, der sie nun in ein neues Zauberreich

getragen hat – Federland!

Irene Mohr

wurde in Hamburg geboren und hat dort an der

Fachhochschule für Gestaltung Grafikdesign studiert.

Seitdem arbeitet sie als Illustratorin und Grafikerin für

verschiedene Kinderbuchverlage. Wenn sie keine

Bücher illustriert, ist sie am liebsten mit Pinsel

und Staffelei in der Natur.

Ina Brandt

Das Geheimnis von Athenaria

Mit Illustrationen von Irene Mohr

Für alle, die nicht aufhören zu träumen

Kommt mit, Eulenfreunde, zu einem Ort voller Magie!

Vor vielen, vielen Jahren gab es eine Eule mit goldenen Flügeln, die hell in der Nacht erstrahlten. Sie war die erste ihrer Art, die Ureule – die Mutter aller Zaubereulen!

Dieser ganz besonderen Eulen, die sich mithilfe eines Menschenfreunds verwandeln können. Wenn die zwei sich finden, werden magische Kräfte geweckt, mit denen sie denjenigen helfen, die in Not sind. So wie es ihre Bestimmung ist.

Doch nur wenige, die sich durch mutige Taten ausgezeichnet haben, werden von den vier Herrschereulen für größere Aufgaben auserwählt.

Niemand außer diesen Kindern und ihren Zaubereulen darf jenen geheimen Ort betreten, in dem eine mächtige Magie schlummert: Federland.

Sie haben den Auftrag, mit ihren besonderen Kräften das Gute zu schützen und Wunder wahr werden zu lassen. Wunder, die wie Sterne die Welt zum Leuchten bringen.

Seid ihr bereit?
Dann auf nach Federland!

1

Eine geheimnisvolle Nachricht

Flora zwang sich, leise bis sechzig zu zählen. Endlich war es still geworden, aber sie wollte ganz sichergehen, dass auch alle schliefen. Ihre Eltern durften auf keinen Fall mitbekommen, dass sie sich um diese Uhrzeit noch nach draußen schlich!

Auf Zehenspitzen verließ sie die Wohnung, tastete sich vorsichtig über die knarzende Holztreppe nach unten zur Haustür und atmete auf, als sie endlich in der immer noch lauwarmen Nachtluft stand. Sie ging nach hinten in den Garten und ihr Blick wanderte sofort suchend zu den drei Tannen, die am Ende der großen Wiese standen.

Da! Zwischen den dunklen Zweigen entdeckte Flora ein Augenpaar, das ihr wie zwei orangefarbene Edelsteine entgegenleuchtete. Schnell suchte sie in ihrer Hosentasche nach dem Ring, den sie immer bei sich trug und wie einen Schatz hütete. Ihren Zauberring. Doch kaum hielt Flora ihn in der Hand, löste sich die Gestalt aus den Ästen. Mit einem verheißungsvollen »Huh« kam sie auf Flora zugeflogen und kreiste dann mit lautlosen Flügelschlägen um ihren Kopf.

»Hallo, Goldwing«, flüsterte Flora und spürte diese ganz besondere Mischung aus Freude und Aufregung. Beim Anblick ihrer Zaubereule! Wie wunderschön ihr braun-grau gesprenkeltes Gefieder im Licht der Sterne schimmerte! Und gleich würde es sich golden färben, wenn Flora der kleinen Waldohreule ihre Zaubergestalt verlieh. Sie wollte ihr dafür gerade den Ring entgegenstrecken, aber da deutete Goldwing mit dem Flügel Richtung Wald.

Flora war verwirrt. Was hatte sie denn? Wollte sie ihr etwas zeigen? Überhaupt wirkte Goldwing ungewöhnlich unruhig. Hektisch flatterte sie vor und zurück, ohne Flora aus den Augen zu lassen. Bis sie schließlich davonschoss, über die wild wuchernden Haselnussbüsche am Ende des Gartens in Richtung der Obstwiesen. Flora beeilte sich hinterherzukommen und kletterte schnell über den halb verfallenen Zaun, der das Grundstück der Faltins umgab. Sie folgte Goldwing in den Wald, den sie bei Dunkelheit zwar immer etwas gruselig fand, doch mit ihrer Zaubereule an der Seite fühlte sich Flora sicher. Gemeinsam erreichten sie die Lichtung, auf der die verfallenen Mauern der alten Burg im Mondlicht glänzten. Eine magische Stille lag über diesem Ort und Flora spürte, wie ihre Haut zu kribbeln begann. Einen kurzen Moment genoss sie die geheimnisvolle Szenerie, bis sie Goldwings Blick auf sich spürte. Die kleine Waldohreule hatte weiter hinten auf der Bank unter der alten Eiche Platz genommen und sah Flora erwartungsvoll an.

»Darf ich dich jetzt verwandeln?«, fragte Flora und lächelte, als Goldwing ihr eifrig den Kopf entgegenreckte. Schnell ging sie zu ihr und hielt ihr den Zauberring hin. Goldwing ergriff ihn mit dem Schnabel, während Flora die magischen Worte flüsterte:

Kaum war ihre Stimme verklungen, erschien der erste Schimmer auf Goldwings Flügeln. Der zarte Hauch von Gold wurde kräftiger, bis die Federn der kleinen Eule richtig strahlten. Floras Herz klopfte wie wild. Seit sie Goldwing zum ersten Mal verwandelt hatte, war bereits viel Zeit vergangen. Zusammen hatten sie aufregende Abenteuer erlebt und Goldwing war zu Floras bester Freundin geworden. Denn Goldwing war ihre Zaubereule, genau so, wie Flora Goldwings Eulenfreundin war. Sie beide gehörten zueinander und gemeinsamen hatten sie schon vielen Menschen und Tieren geholfen. Dafür waren Zaubereulen und ihre Freunde schließlich da!

Trotzdem glaubte Flora manchmal immer noch, sie träumte, wenn sie auf die strahlenden Federn ihrer Eule blickte. Dass ausgerechnet sie eine Eulenfreundin war, kam ihr wie das reinste Wunder vor. Bis heute!

Da riss sie auf einmal ein lautes Knacken aus ihren Gedanken. Sofort knackte es wieder. Das waren Schritte! Da kam jemand!

»Schnell, versteck dich!«, zischte sie Goldwing zu. Ihre Eule hatte doch viel bessere Ohren als sie. Warum saß sie denn seelenruhig hier rum und brachte sich nicht in Sicherheit? Es durfte doch niemand vom Geheimnis der Zaubereulen wissen!

»Keine Sorge, das ist nur Jona«, beruhigte Goldwing sie und in diesem Moment flatterte bereits Securo aus dem Wald. Flora atmete erleichtert auf. Jona und Securo waren ihre Freunde. Securo war wie Goldwing eine Waldohreule, nur ein bisschen kleiner und mit dunklerem Gefieder. Aber was noch wichtiger war: Er war auch eine Zaubereule! Mit seinen glänzenden Flügeln zog er einen glitzernden Lichtstreif durch die Nacht, bevor er neben Goldwing auf der Bank landete.